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Nele-Rebekka Weißmann
Frühinstrumentalunterricht auf dem Kontrabass
Die Behauptung, je eher ein Kind beginne, ein
Streichinstrument zu erlernen, umso wahrscheinlicher sei es, dass es
einen hohen Grad an technischer Vollendung erreiche, wird heutzutage
kaum angezweifelt. Nur selten wird ein Kind, welches das Geigenspiel
mit, sagen wir, 13 Jahren begonnen hat, erfolgreich ein Kind einholen,
welches schon seit seinem achten Lebensjahr spielt.
Begegnungen mit dem Kontrabass in so frühem Alter sind eher selten,
meistens nur in Familien, die in irgendeiner Form schon mit dem
Instrument zu tun haben.
Ein Musikinstrument sollte zu einem Zeitpunkt erlernt werden, zu dem
sich Kinder die Körperbewegungen und musikalischen Empfindungen noch
spielerisch und leicht einverleiben können. Je später man beginnt, um so
schwieriger wird der Lernprozess. Es kann nicht oft genug betont werden,
dass dieser Grundsatz auch für den Kontrabass gilt!
Natürlich ruft die Riesengröße des Instrumentes die Reaktion hervor, es
sei nur für Erwachsene geeignet; aber halbe und Viertel-Celli werden
ganz selbstverständlich von Kindern gespielt. Es besteht also kein
ersichtlicher Grund, warum nicht auch kleine Kontrabässe für die
gleichen Zwecke benutzt werden sollten.
Wie stünde es um unseren Streichernachwuchs, wenn alle Sechsjährigen
erst warten sollten, bis sie mit einer ganzen Geige zurecht kämen? Von
jungen Kontrabass-Anwärtern wird dies aber verlangt!
Häufig trifft man auf die Meinung, der Kontrabass sei genau das Richtige
für Kinder, die weniger intelligent oder schon an anderen Instrumenten
gescheitert sind. Es ist meist auch das große (und oft langsamere) Kind,
welchem als einzig mögliches Instrument der Kontrabass zugewiesen wird.
Das Ergebnis dieses Missstandes findet man in vielen Schulorchestern,
die ohne Kontrabassisten spielen müssen, oder in denen die Fähigkeiten
des Bassisten weit unter denen der restlichen Streicher liegen. Diese
Tatsache fördert nicht gerade die Musikbegeisterung, des Bassisten
einerseits und der Orchestermusiker andererseits.
Aus Mangel an Basslehrern kommt es schon mal vor, dass der Kontrabass
wie ein großes Violoncello unterrichtet wird. Das ist gänzlich falsch.
Während für Geige und Bratsche im Wesentlichen die gleiche Technik gilt,
gibt es fundamentale Unterschiede in der technischen Behandlung von
Kontrabass und Violoncello. Ganz offensichtlich ist die unterschiedliche
Bogenhaltung. Das Fingersatzsystem ist völlig anders. Gemeinsamkeiten
sind so fundamental, dass sie für alle Streichinstrumente gleichermaßen
gelten.
Es ist an der Zeit, den Kontrabass zu einem vollwertigen, eigenständigen
und gleichberechtigten Instrument zu erklären!
Bestell-Nr. 8080 Preis: 11 €

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